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Der Vortrag eines Wirtschaftsinformatikers, der über die Zukunft der Arbeit in Zeiten der Digitalisierung gesprochen hatte, hat auch noch Wochen danach einen enormen Nachklang in mir ausgelöst (siehe: Bienen, Videos und Penetrationstests in Tramin - doch wo bleiben die Jobs?). Der Fachmann prophezeite, dass viele Tätigkeiten auch akademischer Berufe in den nächsten Jahren von Computern übernommen werden, so dass sich für Lehrende die Frage stellt, welche Ausbildungen die Schülerinnen und Schüler heute ergreifen sollten, um nicht von der Digitalisierung eingeholt werden zu können. Die "Künstliche Intelligenz" (KI) wird mehr und mehr Arbeitsplätze wegrationalisieren - so der Experte. Wie sieht es mit den kreativen Berufen aus? Gibt es dort auch schon etwas wie "Künstlerische Intelligenz"? Niemals hätte ich erwartet, in einem ZEIT-Artikel über Johann Sebastian Bach ("Eine Passion namens Bach, 28. März 2018) Antwort auf diese Frage zu erhalten.

Unter anderem geht es in diesem Beitrag um den Komponisten David Cope, der Anfang der 1980er Jahre eine monatelange, schwere Schaffenskrise hatte. Komponieren konnte er in dieser Zeit nicht, als "Flucht" hat er ein Computerprogramm geschrieben, das in der Lage ist, zu komponieren. Das Ergebnis der 7 Jahre langen Arbeit nannte er dann EMI (Experiments in Musical Intelligence).

EMI, die künstliche Intelligenz, kann komponieren und dabei Vorbilder wie z. B. Bach, Beethoven oder Mozart perfekt nachahmen. Die Kompositionstechnik hatte David Cope seinem Programm beigebracht, nachdem er die musikalischen Gesetzmäßigkeiten einzelner Gattungen (Choral, Klavierkonzert, Sinfonie oder Oper) und Komponisten studiert hatte. Besonders deutlich wird das bei diesem Beethoven-alike-Stück, das Ihnen ganz bestimmt sehr bekannt vorkommt.

Je nach Quellmaterial setzte EMI und auch das Folgeprogramm "Emily Howell" aus den Bausteinen (Noten, Melodie, Rhythmus, Tempo) originalgetreue neue Werke zusammen. Dabei berücksichtigt EMI drei Grundsätze:

1. Dekonstruktion des Quellmaterials (Analyse und Aufteilung)

2. Identifikation des spezifischen Stils (Gattung und Komponist)

3. Rekombination (Zusammensetzung der einzelnen Teile zu einem neuen Werk)

EMIs Produktivität ist enorm. Während einer einstündigen Kaffeepause Copes hatte EMI 5000 Choräle im Stile Bachs komponiert.

Der Aufschrei unter den Liebhabern klassischer Musik war groß. Als "seelenlos" wurden EMIs Kompositionen bezeichnet, die bei einem unwissenden Publikum allerdings für "göttlich" gehalten wurden und nicht von echten Bachwerken unterschieden werden konnten.

Einer der lautesten Kritiker war Professor Steve Larson - schließlich forderte er David Cope heraus: Ein Pianist sollte vor fachkundigem Publikum drei Stücke vortragen: eines von Bach, eines von EMI und ein Stück von Larson selbst. Nach dem Konzertabend sollten die Zuhörer die Werke eindeutig ihren Urhebern zuordnen können - das wollte Larson mit dieser Aktion beweisen. Das Ergebnis war ernüchternd: EMIs Stück wurde mehrheitlich Bach zugeschrieben, Bachs Werk kam nach Meinung des Publikums aus der Feder von Larson und das von Larson komponierte Stück sei nach Ansicht des Publikums von EMI komponiert worden.

Ja, die Künstliche Intelligenz hat auch das Komponieren erreicht und man könnte scherzhaft fragen, ob sich so mancher zeitgenössische Komponist von Schlagern oder Popmusik nicht auch eines Programms wie EMI bedient.

Doch verschaffen Sie sich doch selbst einmal einen Eindruck der Ergebnisse der Künstlichen künstlerischen Intelligenz. Hören Sie sich diese Werke an. Oder noch besser: Jetzt, da Sie wissen, dass sie computergeneriert sind, spielen Sie sie am besten einem Unwissenden vor und lassen Sie ihn raten, wer diese Stücke jeweils komponiert hat oder alternativ, welches der drei Stücke von welchem Komponisten stammt.

Egal, wie Ihnen die Stücke gefallen - sie sind wahrscheinlich nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Künstliche (Künstlerische) Intelligenz in den nächsten Jahren zu erschaffen in der Lage sein wird.

EMI als Bach

EMI als Beethoven (Sinfonie)

 

EMI als Mozart

Interessante Links (meine Quellen, außer dem o. g. ZEIT-Artikel)

David Copes Website: http://artsites.ucsc.edu/faculty/cope/experiments.htm

Artikel von www.sapereaudepls.de: Können Roboter Kunst?

 

 

 

 

 

 

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