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Lange Zeit erstellte ich meine Erklehrvideos, indem ich PowerPointPräsentationen mittels Screencast-O-Matic aufnahm und anschließend im Windows Movie Maker bearbeitete. Beide Programme sind kostenlos bzw. in einer kostenlosen Basisversion erhältlich.

Leider ist der Funktionsumfang kostenloser Programme meist begrenzt: Mit Screencast-O-Matic lassen sich maximal 15-minütige Videos kostenlos aufnehmen und das fertige Video enthält dann ein dezentes Wasserzeichen (Firmenlogo). Beim Movie Maker lässt sich nur eine einzige Tonspur unter das Video legen. Prinzipiell kann das ja ausreichen, doch ich hatte den Wunsch, bei meinen Videos mehrere Tonspuren verwenden zu können, da ich z.B. Atmo und Drop-ins (die Speechies) einbinden wollte.

So machte ich mich auf die Suche nach Produkten, die diese Anforderungen erfüllten.

Meine Suche endete bei Camtasia der Firma TechSmith, mit dem ich nun seit mehr als einem Jahr arbeite und auch mehrere Videos für einen Schulbuchverlag und ein Softwareunternehmen erstellte - das Programm ist also wirklich auch für den professionellen Einsatz geeignet. Die Einzellizenz kostet für Lehrerinnen und Lehrer 174,56 € - eine Investition, die sich unbedingt lohnt, wenn man nicht nur gelegentlich Erklärvideos produzieren möchte, da der Funktionsumfang von Camtasia beeindruckend ist.

Camtasia vereint zwei Programme: Den Bildschirmrekorder, der natürlich auch die Einbindung der Webcam gestattet, und das Bearbeitungsprogramm, das weit mehr als das bloße Schneiden des Videos ermöglicht.

Was bietet das Bearbeitungsprogramm alles? Sehr viel ... unter anderem zahlreiche Übergangseffekte, Zoom-in and Zoom-out, Einblendungen und Animation von Text, animierbare, dynamische Call-outs (wie z.B. Pfeile, Ausrufezeichen). In die Videos können auch (externe) Bilder und Audios importiert werden - dafür stehen in der Timeline wohl beliebig viele Spuren zur Verfügung. Wer Ton und Bild lieber separat aufnehmen möchte, kann den Audiokommentar nachträglich aufnehmen und einbetten. Bei Erklärvideos ist es sinnvoll, in das Video interaktive Elemente einzubetten - auch das gestattet Camtasia. Das fertige Video lässt sich dann als MP4-, WMV-, AVI oder GIF-Datei abspeichern. Aber auch die bloße Audiodatei kann ich daraus erstellen - z.B. als neue Folge meiner Reihe  "Die Ott-Casts als Podcasts".

Trotz des immensen Funktionsumfangs ist Camtasia denkbar einfach und sehr intuitiv zu bedienen. Das einzig "Gefährliche" an Camtasia ist die große Auswahl an miteinander kombinierbaren Effekten und Animationen, Schriftarten und -farben, so dass man verleitet sein kann, das Video "zu Tode zu animieren". Aber: Im Sinne des Corporate Design empfiehlt es sich, bei seinen zwei bis drei Farben und Schriftarten zu bleiben.

Fazit: Camtasia hat die Erstellung meiner Erklehrvideos vereinfacht und die Videos dank (hoffentlich) sinnvoll platzierter Effekte bereichert.

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