Die "fachpraktische Anleitung" findet für die Schüler der FOS 11 viermal im Schuljahr statt und soll ihnen Einblicke in die berufliche Praxis geben. Das geschieht, indem wir entweder Praktiker in die Schule holen, die aus ihrer betrieblichen Erfahrung heraus referieren, oder indem wir in die Betriebe gehen, um die Abläufe dort kennenzulernen.

Auf Empfehlung unserer Beratungslehrkraft haben wir uns in diesem Schuljahr u. a. mit der Zukunft unserere Schüler beschäftigt; speziell mit deren Berufs- und Studienmöglichkeiten.

Jeder Schüler wählte einen Ausbildungsberuf oder einen Studiengang aus, den er dann seinen Mitschülern präsentieren sollte.

Damit die Schüler auch Softwareprogramme jenseits von Word, Excel und PowerPoint kennen lernen, habe ich sie zunächst mit Hilfe von PowerPoint Präsentationen erstellen lassen. In einem zweiten Schritt sollten die Schüler diese Präsentationen "vertonen", d. h. sie haben parallel zur ablaufenden Präsentation gesprochen und beides (Video und Audio) mit Hilfe einer Screencasting-Software (hier screencast-ot-matic) aufgenommen.

Da man sich bei der Erstellung der Screencasts natürlich mal verspricht oder einen kleinen Hänger hat, sollten diese Videos im nächsten Schritt bearbeitet werden. Dazu haben wir die kostenlose Software "Windows Movie Maker" genutzt und einen Vormittag geübt, wie man Lücken, Hänger oder Versprecher rausschneidet oder dem Video sogar ein Intro voranstellt.

Im Anschluss an den Übungsvormittag hatten die Schüler dann 5 Wochen Zeit, um zu dem von ihnen gewählten Ausbildungsberuf oder Studiengang Informationen zu sammeln, eine Präsentation und dann ein Video zu erstellen, dessen Inhalte wir gemeinsam festgelegt hatten:

Voraussetzungen, Tätigkeiten, Einsatzmöglichkeiten, Zukunftsaussichten, Vorteile und Nachteile, Ausbildungsdauer, Verdienstmöglichkeiten, Unistandorte, Ablauf des Studiums, Weiterbildungsmöglichkeiten/Aufstiegschancen.

Den Schülern hat es Spaß gemacht, auch wenn sie zugegebenermaßen mit diesem Projekt im Vergleich zu den Parallelklassen deutlich mehr Arbeit hatten. Aber, ich finde, die Arbeit hat sich gelohnt, denn Screencasting und Videobearbeitung sind heutzutage Fähigkeiten, die unsere Schüler, ca. 17 Jahre alt, durchaus auch erlernen dürfen.
Und: Das Ergebnis kann sich wirklich sehen und hören lassen, hier geht es zu den Videos.

Nach Projektabschluss habe ich die Schüler anonym einen Fragebogen ausfüllen lassen.

Die Auswertung ergab:

1. Das Projekt hat 11 der befragten 15 Schülern "viel" oder "etwas Freude" gemacht. 2 gaben an, dass es keine Freude gemacht hatte; 2 weitere fühlten sich dadurch "gestresst".

2. 8 Schüler hatten zuvor bislang keine Videos produziert; einer gab an, 20 Videos aufgenommen zu haben; drei Schüler hatten schon "viele" Videos produziert.

3. "Ich habe in diesem Projekt viel gelernt" sagten 3 Schüler; "etwas gelernt" 7 Schüler; "nichts gelernt" 5 Schüler. Vier der 5 gaben an, dass sie zuvor 5 - 6, 20 oder viele Videos erstellt hatten. Einer hatte zuvor 0 Videos erstellt und während des Projekts auch "nichts gelernt".

4. "Ich würde auch in anderen Fächern gerne Videos erstellen": Dem stimmten 8 Schüler zu; 7 waren dagegen.

Es wurden auch zwei offene Fragen gestellt:

An dem Projekt hat mir nicht gefallen:

* Dass die Erklärung der Programme relativ kurz ausgefallen ist.

* Dass die Systeme für Bearbeitung des Videos kompliziert waren und nichs funktionierte.

* Dass mein Computer die App "Movie Maker" nicht angenommen hat.

* Das Schneiden hat doch etwas Nerven gekostet.

* Aufwendigere Arbeit durch Tonaufnahme, statt normaler Vortrag. Ich bevorzuge, das persönliche Referieren.

An dem Projekt hat mir gefallen:

* Dass wir für die Fertigstellung so viel Zeit hatten.

* Das Arbeiten mit einer Videodatei.

* Dass es eine Abwechslung zu den sonstigen Präsentationen war.

* Dass wir mit Technik konfrontiert waren.

* Es war spannend, neues zu probieren.

* Dass ich selbstständig arbeiten konnte. Dass ich mir mehr Kenntnisse über PowerPoint erarbeiten konnte.

* Das Erlernen neuer Möglichekiten bei PowerPoint und anderen Bearbeitungsprogrammen (Apps).

* Das Gestalten der Präsentation.

* Leichteres "Vortragen", da ich mit gewählt vorbereitetem Text für die Tonaufnhame ein "Ähm" oder ähnliches vermeiden konnte.

Mein Fazit:

Ich werde das Projekt im nächsten Schuljahr nach Möglichkeit wiederholen. Die Mehrheit der Schüler hatte Freude an der Erstellung und Bearbeitung der Videos und dabei auch "etwas gelernt". Allerdings sollte die Übungsphase verstärkt werden, damit die Schüler mehr Routine erhalten und das Bearbeiten damit auch schneller geht.

 

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Flipper/Links

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